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Das Projekt

Vergangene Welten Denken – Der Alte Orient und Europa

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Im Rahmen des Projektes Vergangene Welten Denken – Der Alte Orient begegnen Schülerinnen und Schüler den Formen, Eigenarten und Potentialen geisteswissenschaftlicher Forschung im Bereich der Altertumskunde. Denk- und Erprobungsraum ist ‚Alt-Vorderasien’, mit der materiellen und geistigen Überlieferung der großen Stromkulturen Alt-Mesopotamiens und der benachbarten Völker.

Der Nahe Osten / Vordere Orient war und ist als Kulturraum für Europa von grundlegender Bedeutung. Bis in die Frühgeschichte der Menschheit lassen sich Beziehungsgefüge wechselnder Intensität in einer Geschichte der Interdependenzen, Befruchtungen, Zurückweisungen, Kontinuitäten und Abgrenzungen zurückverfolgen. Nicht ohne Grund gilt dem Abendland Vorderasien als Wiege der Kultur, steht ex oriente lux metaphorisch für die Vielfalt der intellektuellen und materiellen Ressourcen des Orients. Der Blick zurück in die Geschichte dieser Region führt in die Anfänge der Zivilisation. Vieles, das uns heute selbstverständlich erscheint, wurde hier in Mesopotamien und den benachbarten Regionen, zum ersten Mal gedacht, getan, erprobt: Stadt und Staat, Bild und Schrift, Zeitrechnung und Literatur, großräumige Ökonomien und internationale Verträge, Religion und Wissenschaft, das Fragen nach ersten und letzten Dingen. Vieles davon wirkt – meist unerkannt – bis zum heutigen Tage weiter und verbindet Damals und Heute.

 

   

In einer Art Werkstatt entwickeln Universität und Museum als Orte von Forschung und Vermittlung gemeinsam mit den Kooperations-Schulen Formate, die Schülerinnen und Schülern intensive Einblicke in ‚Wissenschaft’ in konkreten Arbeitszusammenhängen ermöglichen. Ziel der im Projekt zu erprobenden Kooperation ist es, Neugier auf und Verständnis für ‚Wissenschaft’ zu wecken, sowie Hemmschwellen in der Begegnung mit ‚echter Forschung’ abzubauen. Die Schüler sollen typische Formen des selbständigen, problem- und methodenbezogenen wissenschaftlichen Arbeitens kennen lernen und eigenständig erproben.

Die Wissenschaften vom Alten Orient und die Schule – diese Verbindung mag auf den ersten Blick ungewöhnlich erscheinen – schließlich liegen die systematischen Anknüpfungspunkte nicht unmittelbar auf der Hand. Die Zeitläufte haben das Wissen um die Bedeutung der Hochkulturen des Zweistromlandes für die Menschheitsgeschichte, insbesondere für die Geschichte des Abendlandes weitgehend verschwinden lassen. In den Lehrplänen der schulischen Bildung sind die Kulturen an Euphrat und Tigris, in Anatolien und Iran allenfalls am Rande erfasst.

In der universitären Forschung befassen sich die Altorientalistik und die Vorderasiatische Archäologie mit der Erschließung von Alltagsleben, Handwerk, Kunst, Literatur, Medizin, Politik, Religion, Umwelt, Vorstellungswelt, Wirtschaft und Wissenschaft im alten Mesopotamien. Es sind konkrete Zeugnisse, aus denen diese Kulturen wiedererstehen: die Überreste von Gebäuden, Geschirr, Werkzeug, Luxusobjekten, bildliche Darstellungen und vor allem Tausende und Abertausende von Texten, in denen das Denken, die Freuden und Nöte der Menschen vor mehr als drei Jahrtausenden dokumentiert sind.

   

Ein besonderes Merkmal des Standortes Berlin ist das Vorderasiatische Museum der Staatlichen Museen zu Berlin. Die Sammlungen zu den Kulturen des Alten Vorderen Orients, die zu den größten europäischen Sammlungen gehört, befinden sich im Pergamon-Museum auf der Museumsinsel.

SchülerInnen Engagement
Edubba-Projektseiten des Fachbereichs Griechisch des Berliner Goethe-Gymnasiums

 

Seit Beginn des 20. Jhs. wurden und werden hier Objekte, Texte, Architektur-Überlieferung aus allen Gebieten Alt-Vorderasiens gesammelt, erforscht und der Öffentlichkeit in Dauer- und Sonderausstellungen präsentiert. Zu den wohl bekanntesten Denkmälern zählt das große Ischtar-Tor aus Babylon. Der Kooperations-Partner Museum im ergänzt und erweitert die Erfahrungs- und Anwendungsräume des denkwerk-Projektes. Hier wird neben denHerausforderungen museologischen Sammelns, Erhaltens und Erforschens ist es die Vermittlung in die Öffentlichkeit, die in der Arbeit des Museums einen zentralen Platz einnimmt.

Aus dieser Konstellation ergibt sich ein mehrfacher Impuls für eine Einbindung in das Denkwerk-Programm:

a) Unter systematischen Gesichtspunkten erhalten die Schüler Einblick in die verschiedenen Methoden der Erforschung räumlich und zeitlich entfernter Kulturen.

b) Unter inhaltlichen Gesichtspunkten bietet die Vielfalt der Themenbereiche, die sich aus der ‚ganzheitlichen’ Erforschung der altorientalischen Kulturen ergeben, Anreize für ganz unterschiedliche schulische Fächer.

c) Der Blick in die ferne Vergangenheit produziert eine Spannung, in der sehr grundsätzliche Probleme und Fragen der Gegenwart anders und neu wahrgenommen werden.

 

 

 
erstellt von datalino 2008     
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